Steuererklärung: Bundesfinanzministerium klärt Wohnsitzwechsel-Regeln 

Steuererklärung: Bundesfinanzministerium klärt Wohnsitzwechsel-Regeln 
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Berlin (BMF)  –  Ein Umzug im Jahr führt zu keiner Aufteilung der Steuererklärung. Zuständig ist das Finanzamt am neuen Wohnort zum Zeitpunkt der Abgabe.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am 26. Juli 2026 offizielle Details zur steuerlichen Behandlung von Wohnsitzwechseln innerhalb eines Kalenderjahres bekannt gegeben: Ein Umzug führt nicht zu einer Aufteilung der Steuererklärung auf verschiedene Behörden. Stattdessen ist für das gesamte Jahr eine einzige Steuererklärung einzureichen. Für die Bearbeitung ist das Finanzamt zuständig, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige zum Zeitpunkt der Abgabe seinen aktuellen Wohnsitz hat.

Klare Regeln für den Zuständigkeitswechsel der Finanzbehörden: Die Klarstellung des Ministeriums basiert auf den Vorgaben des Portals ELSTER. Demnach müssen Steuerpflichtige bei einem Umzug im Online-System ihre aktuelle Adresse sowie, falls zutreffend, das bisherige Finanzamt und die alte Steuernummer angeben. Diese Daten seien notwendig, um den reibungslosen Übergang der Akten zwischen den Behörden zu gewährleisten.
Hinsichtlich der steuerlichen Absetzbarkeit differenziert das BMF zwischen den Umzugsgründen. Ein privater Wohnsitzwechsel bringe demnach keine steuerlichen Vorteile mit sich. Handelt es sich jedoch um einen beruflich veranlassten Umzug, können die entstandenen Kosten als Werbungskosten geltend gemacht werden. Die Bestätigung der Behörde unterstreicht, dass diese Regelungen einheitlich für alle Steuerpflichtigen gelten, die innerhalb eines Kalenderjahres ihren Wohnsitz verlegen.

Fristen und neue Funktionen im ELSTER-Portal: Zusätzlich zu den Zuständigkeitsfragen rücken aktuelle Fristen in den Fokus. Für das Steuerjahr 2025 endet die reguläre Abgabefrist am 31. Juli 2026. Wer die Erklärung durch einen  Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, hat hingegen bis zum 1. März 2027 Zeit. Eine freiwillige Abgabe der Steuererklärung ist laut geltenden Regelungen noch bis zum 31. Dezember 2029 möglich.
Während neue Funktionen im ELSTER-Portal die Abgabe vereinfachen, fühlen sich viele Steuerzahler von der Komplexität der digitalen Formulare weiterhin überfordert.

Pflichtveranlagung und finanzielle Folgen bei Verspätung: Eine Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung besteht insbesondere dann, wenn Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen den Betrag von 410 Euro überschreiten. Auch Steuerpflichtige mit den Steuerklassen 3 und 5 oder der Kombination 4 mit Faktor sind zur Abgabe angehalten.

Die Einhaltung der Fristen ist für die Betroffenen von finanzieller Bedeutung. Bei einer Verspätung droht ein Zuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer pro Monat, mindestens jedoch 25 Euro. Experten weisen darauf hin, dass eine Fristverlängerung im Bedarfsfall beantragt werden kann. Statistiken zeigen zudem, dass sich der Aufwand oft lohnt: Die durchschnittliche Steuererstattung beläuft sich auf 1.240 Euro.

Für die Erstellung der Erklärung stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Die Unterstützung durch Lohnsteuerhilfevereine ist in der Regel günstiger als die Beauftragung eines Steuerberaters. Von der alleinigen Nutzung künstlicher Intelligenz in Steuer-Apps wird abgeraten; diese – so das BMF – könne zwar hilfreich sein, sei jedoch nicht als ausschließliche Grundlage für die Steuererklärung geeignet.

Sie wollen Sich helfen lassen?
Hilfe bei der Steuererklärung bieten Experten des Lohnsteuerhilfevereins HILO e.V. für einen sozial gestaffelten Mitgliedsbeitrag. Die örtlichen Beratungsstellen bundesweit finden Sie hier:

hilo.de

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